Jugendliche der Berufsvorbereitung praktizieren ein tolerantes und gewaltfreies Europa

An dem Projekt, das im Herbst 1999 durch das Oberstufenzentrum in Strausberg ins Leben gerufen wurde, nehmen die Schülerinnen und Schüler aus dem Oberstufenzentrum MOL, Schulteil Müncheberg, aus dem Überbetrieblichen Ausbildungszentrum Bauwirtschaft Strausberg und aus den Bildungseinrichtungen in Miedzyrzecz und Strzelce Krajenskie vom OHP (Aufbauhelfertruppe), einer vergleichbaren Einrichtung der Lubuska Woiwodschaft teil.
Am 08. Oktober 1999 kam es zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwichen den Vertretern der o/g Einrichtungen. Seit 6 Jahren kommen die OHP Schüler nur aus der Einrichtung Strzelce Krajenskie hinzu.

Der Umsetzung des gemeinsamen Zieles dient die Durchführung verschiedener Teilprojekte. Da die Jugendlichen der Berufsvorbereitung gewöhnlich nur ein Jahr in der Einrichtung absolvieren, macht sich die Einteilung in sogenannte Jahresprojekte notwendig, an denen jeweils 30 deutsche und 20 polnische Jugendliche teilnehmen. Das Jahresprojekt fängt in dem Begegnungszentrum "Schloss Trebnitz" im Herbst an. Den sechs Tagen im Schloss folgen 11-12 Tage in Polen in einem Workcamp. Traditionell ist die Verbindung von nützlicher Aufbauarbeit am Vormittag mit Kultur, Bildung, Sport, Spiel und Tanz am Nachmittag.

"Brücken verbinden Völker" 1999/2000

In Trebnitz beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Frage: "Was bedeutet die Juden Deportation im 2. Weltktrieg? In den einzelnen Gruppen entstanden interessante Produkte, u.a. der im Maßstab 1:10 nachgebildetet Eisenbahnwaggon, der in den Jahren 1943-45 dem Abtransport der Juden diente. In Polen haben die Schüler an der alten Burganlage Holzbrücken restauriert, die Parkanlage mit dem Museum verschönert und die Fassade des Museums gestrichen, ebenso wie die Fenster eines Kindergartens der Stadt (foto1).

"Freunden hilft man gern" 2000/2001

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2000 bereiteten deutsche und polnische Schüler der Berufsvorbereitung ein Weinnachtsprogramm und selbsthergestellte Geschenke für Alterheime und Kinderheime auf deutscher und polnischer Seite der Oder vor. Im Sommer fand das Workcamp zum ersten Mal in Sosny statt. Ziel des Workcamps im Juni war es, diese Kontakte zu vertiefen und am Vormittag entsprechende Aufbauarbeit in den Heimen zu leisten. Die Schüler haben im Behindertenseniorenheim Räume malermäßig renoviert, Fenster instand gesetzt und den Garten verschönert (foto2).

"Kultur verbindet Völker" 2001/2002

In Trebnitz haben die Schüler die Vorbereitungen für den ersten deutsch-polnischen Kulturmarkt für junge Leute in Seelow getroffen. Sie haben einen großartigen Auftritt der Tanzgruppe und der Clowns vorbereitet, Plakate gemalt, Korbwaren geflochten und die Binden für den Ordnungsdienst genäht. In Polen haben sie den Gemeinschaftssaal in Raclaw renoviert, vor der Kirche einen Steingarten angelegt, den Gedenkstein in Ordnung gebracht, für die Schule von Jenin den Klassenraum renoviert und im Seniorenheim in Kostrzyn den Flur erneuert.

"Demokratie diesseits und jenseits der Oder" 2002/2003

Unter Demokratie verstehen die Organisatoren des Projektes in diesem Zusammen-
hang, sich und seine Umgebung besser kennen zu lernen, um sich dann in das
gesellschaftliche Leben in vielfältiger Weise einbringen zu können. Zum Kennen ler-
nen dieser Möglichkeit dienen in besonderem Maße die häufig sehr praktisch ange-
legten Gruppen und die Zusammenarbeit mit sozialen und kulturellen Jugendeinrich-
tungen des Landkreises MOL und der Lubuskie Woiwodschaft. Das erste Treffen fand wie immer im Schloss Trebnitz in Oktober 2002 statt.

Das Workcamp in Polen wurde zum vierten Mal in Sosny durchgeführt. Wie immer haben die Jugendlichen am Vormittag nützliche Arbeit geleistet und am Nachmittag in verschiedenen Gruppen gearbeitet. Diesmal wurden die Fassade der Grundschule in Bogdaniec erneuert, das Spielplatz für Kinder aufgeräumt, der neue Zaun fertig gestellt und der Gemeinschaftssaal in dem nahgelegenen Dorf renoviert (foto4).

"Sport, Spiel und Spaß" 2003/2004 (5)

Ziel der Projektwoche im November im Schloss Trebnitz war es, Sport im Landkreis Märkisch-Oderland in all seinen Facetten aufzeigen, selbst tätig zu werden und somit den Jugendlichen beider Länder Möglichkeiten einer sinnvolen Freizeitbeschäftigung aufzuzeigen. Mit diesem Projekt, das im Sommer 2004 zum fünften Mal seine Fortführung in Polen fand, wird eine seit 1999 bestehende Tradition fortgesetzt. Diesmal haben die Jugendlichen im Caritas-Haus von Jenin den Entspannungsraum gemalert und eingerichtet, das Volleyballfeld gebaut, den Stein- und Gemüsegarten gestaltet und teilweise Fassade neu gestrichen.
Zum Vertiefen der bereits geknüpften Kontakte, dem Abbau von Vorbehalten Fremdem gegenüber und dem Helfen von sozial schwachen dienten in besonderem Maße die häufig sehr praktisch angelegten Gruppen während der konkreten Aufbauarbeit sowie die Zusammenarbeit mit der karitativen Einrichtung der Gemeinde Bogdaniec. Unter den oben genannten Bedingungen war dieses Projekt so erfolgreich wie noch nie. Obwohl die Zeit wesentlich kürzer war, schafften es die Jugendlichen innerhalb von 4 Tagen die gestellten Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit aller zu erledigen und "bleibende positive Spuren zu hinterlassen". Das machten auch die Verantwortlichen auf der Abschlussveranstaltung ganz deutlich, sehr zur Freude der Jugendlichen, die als Dankeschön eine große torte mit Bildern ihrer Arbeit geschenkt bekamen.

"Musik macht Spaß" 2004/2005 (6)

Ziel der Projektwoche im Juni war es nun gemäß der sechs jährigen Tradition , diese Ergebnisse zu festigen, die geknüpften Kontakte zu vertiefen, entsprechende Aufbauarbeit in einer Kultureinrichtungen der Gemeinde Bogdaniez zu leisten, Musik als eine Form der sinnvollen Freizeitbeschäftigung aufzuzeigen, Musikgeschichte erlebbar zu machen und Formen des Musizierens von Jugendlichen im Kreis Gorzow bzw. in der Wojewodschaft Lubuskie in all seinen Facetten aufzuzeigen sowie selbst tätig zu werden. Wir haben Fenster instand gesetzt , Räume malermäßig renoviert, Gartenanlagen verschönert und einen Steingarten in der Schule angelegt.u.v.a.m In diesem Jahr war angedacht, dass die einzelnen Gruppen während des gesamten Tages gemeinsam arbeiten. Das heißt, es gab neben den Gruppen, die mit der Aufbauarbeit beschäftigt haben, u.a. auch eine Gruppe, die zwei Tänze einstudiert hat und eine Gruppe, die polnische und deutsche Lieder und Spiele kennen gelernt hat.

 

"Komm, wir malen eine Sonne" 2005/2006 (7)

Mit diesem Projekt, das im Sommer 2006 seine Fortführung in Polen fand, wurde eine seit 1999 bestehende Tradition fortgeführt und die entsprechende Aufbauarbeit für polnische Gemeinden geleistet.
Ziel der Projektwoche im Dezember 2005 war es, Malen als eine Möglichkeit der sinnvollen Freizeitgestaltung aufzuzeigen. Novum des Projektes ist, dass Träger der Maßnahme die Allgemeine Förderschule Seelow ist und somit die Berufsvorbereitung auch im weiteren Sinne verstanden wird. Mit der gemeinsamen Teilnahme von Schülerinnen und Schülern der Förderschule und der berufsvorbereitenden Bildungsgänge am OSZ MOL soll auch schon durch diesen Part eine neue Qualität der Maßnahme erreicht werden, denn die "Berufsvorbereiter" geben ihre Erfahrungen an die Förderschule weiter und fungieren so als "Lehrmeister".
Vorgesehen war 2006 auch wieder die Aufbauarbeit an den zwei Grundschulen der Region Witnica/Bogdaniec. Wir wollten einen Zaun bauen (Foto) und eine Sonnenuhr vor der Schule gestalten, einen Garderoberaum malermäßig renovieren, Graffitiwände für verschiedene Einrichtungen zum Thema "Sonne" anfertigen und an einem Malwettbewerb zum Thema:
Sonne teilnehmen.
In diesem Jahr war wieder angedacht, dass die einzelnen Gruppen während des gesamten Tages gemeinsam arbeiten. Das heißt, es gibt neben den Gruppen, die mit der Aufbauarbeit beschäftigt sind auch Gruppen, die Sonnenuhr bauen

"Der Ball ist rund wie die Welt" 2006/2007 (8)

"In diesem Jahr hieß das Workcamp in Sosny "Der Ball ist rund wie die Welt"". Es fand Anfang Juli statt, vom 3. bis zum 12 Juli. Auch in diesem Jahr lief das Projekt ähnlich wie in den letzten Jahren durch, also es bestand aus zwei zusammengehörenden Teilen. Einer davon waren alle nützlichen und technischen Arbeiten, die wir für die Gemeinde Bogdaniec gamacht haben. Wir nennen sie in Anführungsstrichen gemeinnützige Arbeit. Sie sind allerdings tatsächlich gemeinnützig und werden von der Lokalbevölkerung stark anerkannt und genutzt. Sie werden von den dort lebenden Menschen sehr gut aufgenommen, sie bleiben da und sind ein Beweis für die gemeinsam durchgeführten Projekte."

Krzysztof Wo·niak, Leiter des OHP Strzelce Krajeñskie

"Das war eine ganz neue Begegnung. Die Klasse 9 ist zum ersten Mal dort hingefahren. Die Schüler haben sich dort erst angefreundet, eingewöhnt. Das war auch sehr gut, dass dort viele Sachen passiert sind, die im künstlerischen Bereich lagen. Das hing damit zusammen, dass die Mühle umgestatet wurde. Durch das äußerst schlechte Wetter war es auch sehr schwierig. Ich glaube, was in diesem Kurs sehr gut war, war der regelmäßige Sprachunterricht. Darüber kann man auch reden, in welcher Form man das macht. Man sollte es locker machen, man sollte es spaßbezogen machen, weil unsere Kinder das eher lernen und dadurch den entsprechenden Partner näher kommen. Ich glaube, das war wieder ein Beginn."

Simona Koß, Leiterin der Kleeblatt Schule Seelow

 

"Lachen tut gut " 2007/2008 (9)

Das war eine der Integrationsbegegnungen im Rahmen der seit 1999 bestehenden grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem OHP Strzelce Krajenskie und den brandenburgischen Schuleinrichtungen (OSZ, Kleeblatt-Schule Seelow).

15 deutsche Jugendliche (Klasse 9/10) der Kleeblatt-Schule Seelow und 15 polnische Jugendliche des OHP aus Strzelce Krajenskie sowie 7 Betreuer verbrachten in der Jugendherberge in Sosny eine interessante und erfolgreiche Zeit. Im Zeitraum vom 10.06.2008 bis 19.06.2008 fand hier das Workcamp zum Thema "Lachen tut gut" statt.

Ziel der Projektwoche im Juni war es auch die Ergebnisse der Projektwoche im Dezember zu festigen, die geknüpften Kontakte zu vertiefen und entsprechende Aufbauarbeit in einem Kulturzentrum der Gemeinde Bogdaniec zu leisten.

In diesem Jahr war ebenfalls angedacht, dass die einzelnen Gruppen während des gesamten Tages gemeinsam arbeiten. Das heißt, es gab neben den Gruppen, die mit der Aufbauarbeit beschäftigt waren, auch eine Clowns-Gruppe, die das Theaterstück, die Dekorationen und die entsprechenden Kostüme vorbereiteten.

Im Rahmen der Aufbauarbeit führten die Jugendlichen diverse Malerarbeiten in Bogdaniec durch, d.h. sie strichen auf dem Gelände des Kulturzentrums in Bogdaniec einen Holzzaun und in der Stadt säuberten und strichen sie eine alte Mauer. Außerdem bauten sie zwei neue Tore und machten diverse Gartenarbeiten auf dem Gelände des Gemeindekulturzentrums.

Gemäß dem Thema "Lachen tut gut" bereitete die Clowns-Gruppe ein kurzes und lustiges Theaterstück vor. Die Vorführung für die Kinder aus der Kita und der Grundschule in Bogdaniec fand auf dem Gelände des Kulturzentrums statt.

Täglich standen ab 16.00 Uhr gemeinsame Freizeitaktivitäten auf dem Plan: wie z.B. Wandern, Flöße bauen, Schwimmen und Integrationsbegegnungen mit dem Fremdsprachenerwerb. Am Nachmittag des 14.06.2008 fand, wie geplant, ein Neptunfest statt. Den Tag schloss meistens das Zusammentreffen am Lagerfeuer ab.

Nicht nur gemeinnützige Arbeit stand auf dem Plan. Die Teilnehmer des deutsch-polnischen Workcampes nahmen auch an dem Sportfest in dem Schulkomplex in Bogdaniec teil und machten eine Fahrt an die Ostsee. Die Fahrt an die Ostsee am 17.06.08 war für alle Teilnehmer nach einer Woche Arbeit sehr entspannend und erholsam.

Am Abschlusstag waren sich alle einig: Im nächsten Jahr wird es eine Wiederholung geben und dies unter dem Motto des 10 jährigen Bestehens des Projektes.

"Das große Los" 2008/2009 (10)

15 deutsche Jugendliche (Klasse 9a/9b) der Kleeblatt-Schule Seelow und 15 polnische Jugendliche des OHP aus Strzelce Krajenskie sowie 7 Betreuer verbrachten in der Jugendherberge in Sosny eine erfolgreiche Zeit. Im Zeitraum vom 02.06.2009 bis 11.06.2009 fand hier das Workcamp zum Thema "Das große Los" statt.

Im diesem Jahr haben alle Mitstreiter das 10-jährige Bestehen des Projektes gefeiert. Aus diesem Anlaß wurden nach Sosny mehrere Gäste aus Deutschland und Polen eingeladen. Ziel der Projektwoche im Juni war es auch die Ergebnisse der Projektwoche im Dezember 2008 zu festigen und entsprechende "Baustellen des Projekts" in der Gemeinde Bogdaniec zu erneuern.

Im Rahmen der Erneuerungsarbeiten bauten und strichen die Jugendlichen einen Holzzaun auf dem Gelände des Kulturzentrums in Bogdaniec. Außerdem machten sie diverse Gartenarbeiten in der Grundschule in Jeniniec und sie streichten ebefalls einen Zaun.

Das wichtigste Ereignis des Workcamps in diesem Jahr waren natürlich die Feierveranstaltungen am 09.06.2009 in Bogdaniec und in Sosny.